Betriebsfähigkeit durch Building Information Modeling absichern
Informationsbedarf aus dem Betrieb ableiten
Building Information Modeling unterstützt Betriebsfähigkeit nur dann, wenn die Informationen vom späteren Betrieb her gedacht werden. Ein geometrisch detailliertes Modell ist für sich noch kein belastbares Betriebsinstrument. Entscheidend ist, ob die für Betrieb, Instandhaltung, Betreiberverantwortung, Störungsbehandlung, Flächenmanagement, Energieeinsatz und Umbauten benötigten Informationen vollständig, eindeutig, zugänglich und verständlich vorliegen. Ausgangspunkt sind deshalb die betrieblichen Prozesse und die daraus abgeleiteten Informationsanforderungen. Für jede relevante Anlage, Fläche oder Bauteilgruppe ist festzulegen, welche Identifikation, technische Merkmale, Lageinformationen, Dokumente, Prüfpflichten, Wartungsanforderungen, Zuständigkeiten und Beziehungen im Betrieb benötigt werden. Die Anforderungen müssen bereits in Planung und Vergabe so formuliert sein, dass die spätere Übergabe nicht auf zufälligen Datenbeständen beruht. Betriebsfähigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass jede Information im Modell selbst gespeichert sein muss. Es muss vielmehr eindeutig geregelt sein, welches System für welche Information führend ist und wie Verknüpfungen zu Dokumentation, Instandhaltung, Gebäudeautomation oder weiteren betrieblichen Systemen hergestellt werden. Das Ergebnis ist eine kontrollierte Informationsarchitektur, in der der Betreiber weiß, welche Information für eine konkrete Aufgabe maßgeblich ist. Eingangsgrößen sind Betriebskonzept, Anlagenstruktur, Betreiberpflichten, Instandhaltungsstrategie, Flächen- und Nutzungsstruktur sowie die Anforderungen an Datenübergabe und Informationssicherheit. Ausgang ist ein freigegebener Informationsbedarf, der sich auf reale Betriebsprozesse bezieht und für Planung, Bau, Übergabe und späteren Betrieb verbindlich gemacht werden kann.
