Die Information Delivery Specification, kurz IDS, ist ein buildingSMART-Standard zur computerlesbaren Beschreibung von Informationsanforderungen. Sie legt fest, welche Objekte, Klassifikationen, Eigenschaften, Werte und Einheiten in einem Informationsaustausch vorhanden sein müssen. Anforderungen können dadurch sowohl von Menschen verstanden als auch von Software geprüft werden. IDS ergänzt den Open-BIM-Prozess, weil nicht nur ein IFC-Modell verlangt wird, sondern präzise definiert werden kann, welche Informationen dieses Modell für einen bestimmten Anwendungsfall enthalten muss.
IDS für maschinenlesbare BIM-Anforderungen systematisch anwenden
AIA und Informationsbedarfstiefe formulieren den fachlichen Informationsbedarf. IDS überführt geeignete Teile daraus in eindeutige digitale Regeln. Aus der allgemeinen Forderung „Brandschutzklappen müssen vollständig dokumentiert sein“ kann beispielsweise eine prüfbare Anforderung werden: Jedes betreffende Objekt muss einer festgelegten IFC-Klasse und Anlagenklassifikation entsprechen sowie Asset-ID, Hersteller, Typ, Einbaudatum und Prüfintervall enthalten. IDS ersetzt weder AIA noch Vertrag, sondern macht ausgewählte Datenanforderungen präziser und automatisierbar.
Automatisierte Modellprüfung
Mit IDS-fähigen Prüfwerkzeugen kann kontrolliert werden, ob die verlangten Objekte und Attribute vorhanden sind, ob Werte zulässigen Vorgaben entsprechen und ob Einheiten oder Klassifikationen korrekt verwendet wurden. Fehlerberichte lassen sich dadurch systematisch erzeugen und an die verantwortlichen Teams zurückgeben. Die Prüfung wird reproduzierbar und weniger abhängig von manuellen Stichproben. buildingSMART führt IDS als offiziellen Standard für computerinterpretierbare Informationsanforderungen und die automatisierte Konformitätsprüfung von IFC-Modellen.
Nutzen für das Facility Management
Für das Facility Management eignen sich IDS-Regeln insbesondere für Anlagenstammdaten, Raumattribute, Betreiberpflichten und Dokumentenreferenzen. Prüfen lässt sich beispielsweise, ob wartungsrelevante Anlagen eine eindeutige Kennzeichnung, Systemzuordnung, Zugänglichkeit, Garantiefrist und Verknüpfung zur Betriebsanleitung besitzen. Für Räume können Nutzungsart, Flächenart, Reinigungsgruppe oder Kostenstelle gefordert werden. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die gelieferten Modelle nicht nur geometrisch korrekt, sondern auch für CAFM, Instandhaltung und Betreiberorganisation verwendbar sind.
Kontrollierte Einführung
IDS sollte zunächst für wenige, geschäftskritische Anforderungen eingesetzt werden. Der Auftraggeber definiert die Regeln, testet sie an Musterobjekten und stimmt sie mit Modellierungsrichtlinie, IFC-Version und Prüfsoftware ab. Fehlermeldungen müssen verständlich sein und einem Verantwortlichen zugeordnet werden können. IDS kann nicht jede fachliche, geometrische oder funktionale Prüfung ersetzen. Wartungszugänglichkeit, Anlagenfunktion und Plausibilität bleiben teilweise visuell oder fachtechnisch zu beurteilen. Der größte Nutzen entsteht durch die Kombination aus automatischer Datenprüfung und qualifizierter Fachprüfung.