Ein Bauzeitenplan zeigt, wann Planungs- und Bauleistungen ausgeführt werden. Er beantwortet jedoch nicht ausreichend, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt benötigt werden. Die Informationslieferplanung ergänzt deshalb die klassische Terminplanung. Sie beschreibt konkrete Modelle, Pläne, Listen, Dokumente und Datensätze einschließlich ihres Zwecks, Verantwortlichen, Formats und Liefertermins. Damit wird sichtbar, ob eine Entscheidung, Ausschreibung, Montage, Prüfung oder Inbetriebnahme tatsächlich auf einer vollständigen und freigegebenen Informationsgrundlage erfolgen kann.
BIM-Datenlieferungen durch klare Verantwortlichkeiten termingerecht koordinieren
Jedes Aufgabenteam erstellt einen Task Information Delivery Plan, kurz TIDP. Darin werden die eigenen Informationscontainer, Bearbeiter, Prüfer, Lieferzeitpunkte und Abhängigkeiten festgehalten. Der TIDP macht transparent, welche Informationen beispielsweise Architektur, Tragwerksplanung, TGA-Planung, Bauunternehmen oder Inbetriebnahmemanagement bereitstellen müssen. Er ist nicht nur eine Dateiliste, sondern ein verbindliches Produktionsprogramm für Informationen. Die Verantwortung für den jeweiligen TIDP verbleibt bei dem Team, das die darin aufgeführten Informationen erzeugt.
MIDP als Gesamtübersicht
Die einzelnen TIDP werden zu einem Master Information Delivery Plan, kurz MIDP, zusammengeführt. Der MIDP bildet die übergreifenden Abhängigkeiten und Informationsmeilensteine des Projekts ab. Er zeigt beispielsweise, dass ein TGA-Koordinationsmodell erst nach Lieferung bestimmter Architektur- und Tragwerksinformationen geprüft werden kann. Widersprüchliche Termine und fehlende Lieferungen werden dadurch frühzeitig erkennbar. Der MIDP muss laufend mit Projektterminplan, Entscheidungsbedarf und tatsächlichem Bearbeitungsstand abgeglichen werden.
Verbindung zu AIA und BAP
Die Informationslieferplanung konkretisiert die in den AIA formulierten Anforderungen und die im BAP vereinbarten Prozesse. Der Informationsumfang wird durch Anwendungsfall, Informationsbedarfstiefe und Prüfkriterien bestimmt. Die CDE dokumentiert anschließend, ob ein Informationscontainer fristgerecht eingereicht, geprüft, freigegeben oder zurückgewiesen wurde. Damit entsteht eine nachvollziehbare Kette vom Informationsbedarf über die Erstellung bis zur Verwendung. Ohne diese Verbindung drohen isolierte Terminlisten, deren Inhalte weder vertraglich noch technisch ausreichend bestimmt sind.
Meilensteine für den Betrieb
FM-relevante Informationen dürfen nicht erst kurz vor der Gebäudeübergabe abgefragt werden. Sinnvolle Meilensteine sind unter anderem die Freigabe der Raumstruktur, die Festlegung der Anlagenkennzeichnung, erste Asset-Datensätze, Musterdokumentationen, Inbetriebnahmedaten und CAFM-Testimporte. Durch gestufte Lieferungen kann der Betreiber Datenqualität und Systemkompatibilität rechtzeitig prüfen. Der letzte Informationsmeilenstein sollte deshalb nicht lediglich „Übergabe BIM-Modell“ heißen, sondern konkrete Modelle, Datensätze, Dokumente, Prüfberichte und Importergebnisse aufführen.
Planungsfeld
Leitfrage
Beispiel aus dem Facility Management
Informationscontainer
Was wird geliefert?
Anlagenliste, Raumbuch oder IFC-Fachmodell
Ersteller
Wer erzeugt die Information?
TGA-Planer oder ausführendes Unternehmen
Prüfer
Wer kontrolliert Inhalt und Qualität?
BIM-Koordination und Betreibervertretung
Verwendungszweck
Wofür wird die Information benötigt?
Ausschreibung, Wartungsplanung oder CAFM-Import
Format
Wie wird geliefert?
IFC, BCF, XLSX, PDF/A oder Systemexport
Informationsumfang
Welche Daten müssen enthalten sein?
Asset-ID, Hersteller, Typ und Wartungsintervall
Termin
Wann wird die Information benötigt?
Vor Inbetriebnahme statt erst bei Schlussdokumentation